Exitus mal acht [Dok „Rest in Peace“]

Eins sei gleich vorweg gesagt: Diese Dokumentation ist nichts für Zartbeseelte.

Wer es partout nicht erträgt, madige Wunden, zersägte Brustkörbe und faulige Fußnägel zu sehen, der sollte Andrea Morgenthalers Dokumentation über die Sterblichkeit besser meiden. Hobby-Pathologen werden dafür zu Genüge auf ihre Kosten kommen, so viel ist sicher.
Worum geht es in „Rest in Peace“? Dokumentiert werden acht verschiedene Umgangsweisen mit dem Thema Tod. So berichtet ein Bestatter aus New York, dass er die Verstorbenen immer so herrichtet, wie Gott sie im Himmel empfangen würde. Der mittlerweile bekannte TV-Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke betrachtet den sterbenden Menschen dagegen ganz sachlich als einen rein evolutionär begründbaren Prozess. Währenddessen hat sich in Schweden eine Kompost-Expertin darauf verschworen, einen Weg zu finden, wie Menschen im Verwesungsprozess wieder zu natürlicher Erde werden könnten. In Phoenix/Arizona können sich im Gegensatz dazu gut betuchte Kunden nach ihrem Tod tieffrieren lassen und darauf hoffen, dass die moderne Medizin sie eines Tages zurück ins Leben holt. Und während unsereins die Vergänglichkeit fürchtet, lassen die Mexikaner dagegen an Allerheiligen die Korken knallen.

Die multiperspektivische Erzählung der Dokumentation fördert Abwechslung und beleuchtet das „dunkle“ Thema aus Sicht verschiedener Kulturen. Keine Sorge, so rational sich Andrea Morgenthaler dieser schwierigen, wenn auch alltäglichen Angelegenheit zwar nähert: Eine ethische Grenze überschreitet sie dabei nicht. Bei derart vielen Optionen könnte man ruhig zweimal sterben.

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