Besinnliches Herz(liches) [KF „Fredi und Frau Landgraf“]

„Keinen ließ der Clown, der Clown, in sein Herz hineinschau’n.“, sang einst Heinz Rühmann. Doch Fredi zeigt uns auch die andere Seite des Lebens.

„Ein schönes Gleichnis über einen Grabstein: Da stehen zwei Daten dran. Das Geburtsjahr. Das Todesjahr. Dazwischen ein kleiner Strich. Und der kleine Strich ist das ganze Leben; mit all den Ängsten, mit der Hoffnung. Menschen, die man getroffen hat, die Erfahrung, die man hatte. Alles ist dieser kleine Strich.“ Was nach fatalistischer Lebensphilosophie klingt, ist der poetisch-philosophische Auftakt des Kurzfilms „Fredi und Frau Landgraf“ von Anne Münch.

Hinter Fredis roter Mediclownnase versteckt sich Ingolf Löhne. Im wahren Leben ein praktischer Ingenieur, der gelernt hat, das Leben anders zu sehen. Früher war er ein selbständiger Bauunternehmer. Doch trotz allen Gehetzes konnte er die Firma nicht mehr halten. Seine Ehe auch nicht. Tiefer Blick in die Flasche, Verbitterung, quälende Gefühle. „Und da hab ich mich gefragt: Warum sollte ich denn nicht einfach so leben, wie es kommt, das Leben?“ Einfach keine Angst davor haben zu scheitern, seine Schwächen lieben lernen und Freude bringen können.

„Fredi und Frau Landgraf“ ist nicht nur eine großartige Kurzdoku einer beflügelnden Lebenswandlung. Sondern ein Zeichen für uns alle. Das Szenario beschreibt nämlich den wahren Ingolf Löhne. Die Umsetzung ist angelehnt am Format der Scripted Reality. Durch ein besonderes Gefühl für Prägnanz wird dem Zuschauer nichts vorenthalten. Der Wechsel zwischen hintergründigen Kommentaren und musikalischer Implikation ist gefühlvoll und berührend. Wer nach Besinnung und Einsicht strebt, ist hier an der richtigen Stelle.

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