Because I’m sick of life [Israel „Asurot – Eingeschlossen“]

Auf der einen Seite Ramadan, zur anderen Sabbatprozession. Dazwischen: Absurdität auf engstem Raum. Der ganz „normale“ Wahnsinn des Alltags.

Sie wohnen in diesem Haus inmitten der engen Straßen von Hebron. Die Stadt ist geteilt. Zur einen Seite Palästina, zu der anderen Israel. Im Treppenflur postieren israelische Soldaten. Auf dem Dach stauen sich Sandsäcke, leere Munitionshülsen und gezogene Granatensplints. Vor der Eingangstür ein Wachposten. Roadblocks blockieren die Straße.

Seit 1997 koexistieren die drei palästinensischen Witwen mit insgesamt elf Kindern zwischen den Fronten von Hebron. Die provisorische Grenzmauer verläuft direkt durch deren Haus. Vollgerüstete Soldaten drängen sich andauernd in der Enge des Treppenflurs zwischen den spielenden Kindern. Auf dem Dach ist ein israelischer Beobachtungsposten eingerichtet.
“Can they solve the Palestinian problem on my roof?” – die beiden israelischen Filmemacherinnen Anat Even und Ada Ushpitz begleiten die drei Frauen in „Asurot – Eingeschlossen“ bis zum Ausbruch der Ersten Intifada. Die Frauen müssen in ein Flüchtlingslager ausweichen.

Die Bilder sind mit großem Einfühlungsvermögen eingefangen worden. Sie zeigen viele Kontraste des Alltags. Der ungeheure Druck wird automatisch dokumentiert. Der Fokus jedoch liegt auf den Umgang der Frauen mit der Besatzung. Ängste, Erwartungen, Hass und Resignation werden in vertrauten Dialogen dargeboten. Leider keine Synchronisation auf Deutsch.
„I feel the death is nearing, because I’m sick of life.” Wo normalerweise ein Psychologe oder Sozialarbeiter zu Rate gerufen werden sollte, versucht man den Konflikt mit Waffengewalt zu lösen.

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