„Ähm, also damit meine ich…“ [Podiumsdiskussion „Die Rolle der Medien“]

„Beide Seiten sind zu viel Macho“: Eine Podiumsdiskussion über die Rolle der Medien im Israel-Palästina-Konflikt.

Es ist dunkel im Kinosaal. Der Abspann von „Aserot – Eingeschlossen“ läuft noch, während jemand die Saaltür aufreißt. Schimmernde Gestalten sorgen für Unruhe vor der Leinwand. Aus Höflichkeit trauen sich nicht so viele gleich raus. Und bleiben auf ihren Plätzen sitzen.

Das Bildungswerk Schwerin der Konrad-Adenauer-Stiftung hat zur Podiumsdiskussion „Die Rolle von Film und Medien im Israel-Palästina-Konflikt“ eingeladen. Schleifend formuliert die Moderatorin Yasemin Ergin ihre erste Frage an die Regisseurin Anat Even. Lange Pause. „I’m not surely understood your question…” Sehr lange Pause. Ungefähr so ging es auch weiter. Anfangs gab es wohl Probleme mit der Dolmetscherin. Elda Beck, Korrespondent einer israelischen Zeitung, spielte des Öfteren die Vermittlerrolle.
Jedes Mal, wenn die Moderatorin zu Wort kam, konnte leider keiner mehr mitkommen. „Das ist fast eine Frage für eine Dissertation.“, meinte dazu Islamwissenschaftlerin Irit Neidhard. Mit vielen „Ähm, also damit meine ich…“ und „Was mich eigentlich interessiert…“ versuchte Ergin, ihre „Fragen“ nochmals vergebens zu präzisieren. „Sie redet einfach zu viel.“, so ein Mann neben mir. Die Gäste saßen vor einem persönlichen Gewissenskonflikt. Der Saal wurde immer leerer.

Mit vielem Hin und Her umkreisten wir etliche Themen, die nichts mehr mit Israel zu tun hatten. Keine klaren Fragen, keine klaren Antworten. Man merkt schon, dass der Nahe Osten einfach zu komplex für eine 2-Stunden-Diskussion ist. „Beide Seiten sind zu viel Macho! Und das führt eben zum Krieg.“, so das Kurzversion-Fazit des Abends von Elda Beck.

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