Ungeteiltes Leid [KF „Life Is Easy“]

Freising, Erfurt, Coburg, Emsdetten, Winnenden und Ansbach. Das sind die Orte von Schulen der tiefsten Trauer. Das sind Orte, an denen Schüler andere in den Tod gerissen haben. Auch dieses Thema kommt beim 20. filmkunstfest zur Sprache. Im Kurzfilm Life is easy wird der Bruder eines Amokläufers bei der Verarbeitung des Geschehens begleitet.

Tobias joggt. Es ist ein Weglaufen vor den Bildern der fassungslosen Gesichter. Doch er kehrt wieder zurück nach Hause, zurück an einen stummen Abendbrotstisch, zurück zur zerstörten Familie. Jedes Familienmitglied trägt eine schwere Last mit sich. Doch ihnen wird die Teilnahme an der Trauer verwehrt.
Die Suche nach dem Warum stellt Tobias vor die schwierigen Herausforderung, sich mit dem Leben seines Bruders Christian zu beschäftigten. Auf diesen Weg lernt er Anna, die Internetbekanntschaft seines Bruders, kennen. Sie zeigt ihm einen anderen Christian. Tobias verliert jeden Sinn für seine bisherige Welt. Seine bisherige Welt existiert nicht mehr.

Der Regisseur Lennart Ruff bietet einen nachdenklichen Einblick in das zerrissene Leben einer Familie, deren Sohn als Amokläufer gestorben ist. Dabei regt der ironische Filmtitel Life is easy zur einer aktiven Auseinandersetzung mit den Schulmassaker an. Ruff verzichtet auf lange Dialoge und lässt die aussagekräftigen Bilder für sich sprechen. So stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens oder mit den Worten von Albert Einstein: „Wer keinen Sinn im Leben sieht, ist nicht nur unglücklich, sondern kaum lebensfähig.“

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