„Paradiesvögel sperrt man nicht ein. Sie brauchen den Himmel ganz – ein Stück ist zu klein.“ [Retro „flüstern & SCHREIEN“]

flüstern & SCHREIEN begleitet in der Art eines dokumentarischen Roadmovies die Rock- und Punkszene der späten DDR. Dabei geht es vordergründig um die Musik, der Zuschauer bekommt aber auch einige Informationen über die Hintergründe der Szene. Von Musikern erzählte Anekdoten wechseln sich dabei mit Ausschnitten von Live-Konzerten ab. Auch Fans und Szeneangehörige berichten von ihren Erlebnissen.
Als Untergrund-Dokumentation bietet die DEFA-Produktion von 1988 dem Zuschauer interessante Einblicke in die Geschichte einer Subkultur und ihrer Musik. Am spannendsten ist dabei natürlich das Einspielen von Originaltiteln und Konzertaufnahmen verschiedener DDR-Bands wie „Silly“, „Feeling B“ und „Sandow“.

Zerredet und langatmig
Leider zeigt sich der Film von Dieter Schumann jedoch nicht so explosiv wie das Lebensgefühl, das darin zum Ausdruck kommen soll. Er vermittelt Stimmungen sehr theoretisch. Der Zuschauer kann sie sich vorstellen, weil sie fast zerredet wird, aber nicht tatsächlich mitfühlen. Es fehlen spannungsvolle Aufnahmen und abwechslungsreiche Kameraeinstellungen. Stattdessen Szenen, die schlichtweg überflüssig erscheinen, da sie weder Inhalt noch Atmosphäre vermitteln. Der „Rockreport“ entpuppt sich als informativ und daher sehenswert – aber leider zu langatmig.

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