Ine – Im Herzen ein Kind

Sie ist kunstvernarrt, verspielter Optimist und ins Essen verliebt: Ine hat drei Jahre an der Design Schule hier in Schwerin studiert und organisiert seit 2008 in Gruppenarbeit Plakat- und Kunstausstellungen. Derzeit ist sie arbeitslos, „aber ich will ja nicht rosten“. Die filmab! kam ihr da gerade recht, um sich zu betätigen und auf journalistischer Ebene Erfahrungen zu sammeln.

 

Wie ist dein erster Eindruck von der filmab! und den Teilnehmern?
Alle sind entspannt und freundlich, da hatte ich doch zu große Befürchtungen. Ich bin ja mit 23 Jahren älter als die meisten und hatte mit dem schlimmsten Fall gerechnet – dass hier nur rumgealbert wird. Aber so bin ich eben; ich rechne vorab schon immer mit dem Schlimmsten, damit letztendlich doch das Positive eintritt. So bewahrt man sich vor Enttäuschungen.

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Hast du Angst davor, enttäuscht zu werden?
Nee, aber Enttäuschungen sind ja immer so frustrierend. Klar, man muss sich ja erst kennenlernen, aber wenn man da mit ein wenig Skepsis rangeht, umgeht man Enttäuschungen bestenfalls einfach. Ich denke lieber in einer verkehrten Welt. So bleib ich positiv, und ich bin gerne positiv geladen.

Was sind deine Stärken neben dieser verkehrten Gedankenwelt?
Meine größte Stärke ist, glaube ich, mein ungezügelter Optimismus, der mich zu einem fröhlichen und entspannten Menschen formt. Außerdem brauche ich als Organisatorin ein gutes Durchsetzungsvermögen. Dafür sollte ich mich wohl mal bei meinen Brüdern bedanken…

Für dein Durchsetzungsvermögen?
Ja, ich glaube von ihnen hab ich das gelernt. Als kleine Schwester darf man sich nichts bieten lassen, sonst wird man ja untergebuttert. Als ich noch klein war, haben sie mir oft Kletten in meine langen Haare geworfen. Schwestern hätten sie mir wahrscheinlich eher gekämmt…  Kleine Schwestern werden nun mal getriezt von ihren Brüdern, und das ist auch wirklich gut so.

Stimmt, immerhin kannst du es in deinem Beruf jetzt gut gebrauchen. Die Organisationsarbeit bei Kunstausstellungen und freiwillige aktive Mitarbeit bei der filmab! verrät deine Neigung zur Kunst. Gibt es vielleicht einen Künstler, dessen Werke du dir gerne ansiehst?
Yoshitaka Amano! Der Japaner, der für das Charakterdesign in dem Videospiel „Final Fantasy“ zuständig war, zumindest bis zum 8. Teil. Ab dem 9. hat dann Akira Toriyama mitgemischt, Erfinder von „Dragon Ball“, weswegen der Protagonist übrigens auch diesen katzenähnlichen Schwanz hat. Amanos Stil ist traditionell japanisch und nicht klassisch. Bei seinen Illustrationen gefällt mir, dass sie zwar irgendwie platt aber doch belebt wirken, und besonders die ausgesprochene Farbenfreude.

Fantasiehaftes scheint dir besonders am Herzen zu liegen. Kann man sagen, dass du im Herzen gerne Kind bist?
Ich bin sehr kindisch und mag auch alles Bunte, Niedliche, Kuschelige, Quietschige. Ich finde, im Herzen muss man ein Stück Kind bleiben, damit man positiv bleibt. Einige Erwachsene sind leider schon so verbraucht.

Warum sind sie verbraucht?
Das passiert, wenn man Geld über alles stellt. Manche machen alles, um an Geld zu kommen und töten sich damit fast ab. Sie leben dann gar nicht mehr richtig, und sind im schlimmsten Fall blind für ihre eigene Familie, da sie nur noch in dem „Arbeit-Geld-Muster“ denken.

Meinst du, dass es in der älteren Generation an dem Kriegshintergrund liegen kann, wenn die Menschen „verbraucht“ sind?
Naja, jeder hat den Krieg anders erlebt. Es ist ein Unterschied, wenn jemand aufgrund seines Flüchtlingsdaseins Angst hatte, in Hinblick auf jemanden, der nicht damit umgehen kann, zehn Menschen getötet zu haben. Menschen verarbeiten Dinge unterschiedlich. Einige tun es gar nicht, sondern schlucken nur.

Was passiert mit dem „Kind“ im Herzen bei diesen Menschen?
Das Kind stirbt nie. Es wird halt nur weggesperrt, eine Blockade schiebt sich davor und umschließt es. Doch auch dann ist es noch nicht zu spät – gefährlich wird es erst, wenn sich diese Blockade festfährt, weil sie immer weiter gebaut wird. Dem entgegen zu wirken ist wichtig, Kommunikation ist das Gegengift! Wer kommuniziert, wird sich nicht verlieren. Da kann die Herzensfreude nur gewinnen.

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