In drei Schritten zum erfolgreichen Terroristen [KF „Baader-Meinhof-Komplett“]

Ein roter Stern, eine Heckler & Koch MP5 und drei große, weiße Buchstaben: RAF. Wer kennt es nicht? – das Logo der Rote Armee Fraktion. Jene berüchtigte Gruppe linker Terroristen um Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Spätestens seit im Jahr 2008 Stefan Austs Film „Der Baader Meinhof Komplex“ in die Kinos kam, weiß auch der Letzte etwas mit der RAF anzufangen. Kaum ein Medium, in dem der Film nicht zur Sprache kam – egal ob positiv oder negativ. Etwas über 30 Jahre und weit über 20 Filme nach dem Deutschen Herbst erlebt der Hype um die RAF seinen Sommer.

 

Für alle, die gerne in die Fußstapfen der RAF treten wollen, fangen die Möglichkeiten früh an: Die Welt von Andy, Kalle und Goodi steht bereits den Kleinen mit „Baader Meinhof Komplex for Kids“ offen. Ein paar Jahre älter und schon kann man als Andreas Baader „elende Faschisten“ jagen oder sich als Gudrun Ensslin auf die marxistische und sexuelle Revolution vorbereiten: mit den RAF-Actionfiguren. Der Kampf gegen die „fiesen Bullenschweine“ kann dann mit dem Videospiel zum Film weitergehen.

 

Zugegeben: Das Ganze klingt etwas überspitzt, aber irgendwie auch nicht so abwegig. Der 2-minütige Animationsstreifen aus der Feder von Till Penzek und Jon Frickey wirkt wie ein ernstzunehmender Werbespot für weitere „Baader Meinhof Komplex“-Fanartikel. „Baader-Meinhof-Komplett“ entstand 2008 für das NDR-Satire-Magazin extra 3, für das die beiden Autoren von 2006 bis 2009 einige Animationsfilme produzierten. In diesem Jahr gelang dem Film der Sprung aus dem TV auf die Leinwände des Kurzfilmwettbewerbs. Wenn er hier nur halb so viel Aufmerksamkeit erzeugt wie sein Ideengeber 2008, sollte er gute Chancen haben.

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