Hund und Schwanz sind nicht mehr ganz [KF „12 Jahre“]

Man nehme ein großes Stück Animationskunst, vermische es mit reichlich Humor und gebe dem Ganzen eine makabere Endnote. Heraus kommt 12 Jahre, die neueste Parodie von Daniel Nocke. Nicht nur die Arbeit an Drehbuch und Regie gehen auf seine Kappe: Er gab dem dackelhaften, Riesenbrille tragenden Miniwauwau seine Stimme. Bei einem Candlelight-Dinner gibt dieser seiner rassigen, doppelt so großen Bullmastiff-Dame (gesprochen von Nina Weniger) den Laufpass – für eine Püdelin. Die neue Hündin an seiner Seite habe wenigstens die richtige Größe für ihn.

 

Spaßige Fassade
Die Parallele zum realen Leben ist hauchdünn gezogen. Da das offensichtlich Lustige im Vordergrund der Geschichte steht, entdeckt der Zuschauer den ernsten Hintergrund nicht auf Anhieb. Aber stellen wir uns doch mal die beiden Hauptcharaktere des Films als Menschen vor: Wir sehen eine verzweifelte, wütende und perspektivlose Frau, die es bereut für ihren (Ex-)Mann alles aufgegeben zu haben. Dieser erzählt währenddessen reuelos von seiner schönen, neuen Zukunft mit einer Jüngeren – und bedankt sich noch süffisant für ihre besten Jahre.
Klingt das lustig? Nein! Die drastische Wendung erscheint im ersten Moment amüsant, ist aber fernab aller moralischen und ethischen Grundsätze. Ein Plot kann noch so witzig sein, es versteckt sich immer ein tieferer Sinn hinter der spaßigen Fassade. 12 Jahre ist so ein Film.

 

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