Hart an der Grenze [Ausstellung „Hart am Glück“]

Außergewöhnlich, obskur, geruchsnah, Brokkoli aus Stein. Eine „Ich will mein Geld zurück“-Steintafel.

 

Wer eine Fülle an Werken – seien es Skulpturen, Zeichnungen oder zufällig gefundene Gegenstände in surrealem Bezug zueinander – in Ausstellungen gewohnt ist, wird bei „Hart am Glück“ in Staunen und einen (fast!) leeren Raum versetzt. Der Festivalkatalog verspricht mit seiner Reihe Fotografien von ausgewählten Kunstwerken der Ausstellung einen interessanten Eindruck und lässt Erwartungen keimen. Auch die darunter stehende Beschreibung der Kunstwerke, Künstlerintentionen und Kunst im Ganzen scheint einen besonders außergewöhnlichen und beeindruckenden Leitfaden geben zu wollen. Doch auch die Fragezeichen in unseren Köpfen rauchen noch Stunden danach beeindruckend. Mitunter haben die insgesamt 13 Künstler ihren Werken Titel gegeben, um die Besucher nicht völlig aus dem Prinzip ihrer Gedanken auszuschließen, sondern mit einzubeziehen. Betritt man die Eingangshalle des Schleswig-Holstein-Hauses, schallen einem die hämmernden Schläge des Videos von Heike Gallmeier entgegen, die dabei ist, eine Installation von Wänden zu zerstören. Es scheint, als seien sie zur Zerstörung konstruiert. Nebenan ist es dem detailverliebten Augenzeugen vergönnt, die fantasievollen, fast futuristischen Werke Johann Lotz‘ und Anke Wenzels zu betrachten. Der Grünkohl vernehmenden Nase folgend gelangt man in die außenliegende Remise zu einer Collage, an die der grüne Kohl tatsächlich rangeklatscht wurde. Carola Deye und Antonia Puscas zeigen dort ihre Liebe zum Skurrilen. Die Treppe hinauf warten glitzernde, klare Abstraktionen und Reliefs von Suse Bauer. Einen Kunstsprung entfernt stapeln sich auf Kisten aneckende Anspielungen mit kritisch deutschem Bezug; schleppenden Schrittes tragen die Ohren den Betrachter bis hin zu Stefan Panhans eigenwürdigem Kunstfilm „Who‘s afraid of 40 Zimmermädchen?“ . Maschinell, starr, zusammenhangslos lässt Panhan dessen zwei Protagonisten in pointierten Dialogen mit Komik-Charakter fahren. Im Gesamtbild atmet die Ausstellung  verwirrende Komplexität, die vielleicht nicht für jeden verständlich ist.

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