Gefangen zwischen Freundschaft, Liebe und Lebenstraum [SF „Bis aufs Blut“]

Der eine will Physiklehrer, der andere Besitzer einer Auto-Tuning-Werkstatt werden. Der eine macht sein Abi, der andere bekommt kein Hartz-IV, weil er den Antrag nicht ausfüllen kann. Sule und Tommy sind beste Freunde, seit Sule Tommy in der Grundschule vor zwei älteren Jungs beschützt hat. In ihrem Leben dreht sich nahezu alles um ihre Freundschaft und das schnelle Geld mit Drogendeals. Bis Tommy sich in Sina verliebt. Und plötzlich steht die Polizei vor Tommys Haustür und findet seine Drogen. Das Ergebnis: sechs Monate Knast.

Als Tommy wieder rauskommt, versucht er, sein Leben auf die Reihe zu kriegen, während Sule noch immer in seiner eigenen Welt lebt und sie mit Tommy teilen will. Nachdem Tommy feststellt, dass nahezu jeder in seiner Umgebung momentan auf Bewährung ist oder von der Polizei kontrolliert wurde, kommen bei ihm erste Zweifel: Warum wanderte nur er in den Bau? Hat ihn einer seiner Freunde verraten? Nach zu viel Hin und Her mit Sina und Sule kommt das, was seit Tommys ersten Zweifeln an seiner Inhaftierung abzusehen war…

Nichts Halbes und nichts Ganzes
Was Oliver Kienle mit „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“, dem Jugenddrama über Freundschaft im „Ghetto“, genau ausdrücken wollte, ist nicht ganz klar. Teilweise reiht sich der Film mit seinen platten Witzen und Sprüchen und dem lockeren Umgang mit Drogen zwischen „Lammbock“ und „So High“ ein – eine weitere Drogenkomödie. Erst zum Ende hin gewinnt der Film an Ernsthaftigkeit und wirkt reifer. Dieses Niveau über den ganzen Film erstreckt hätte ihm sicher gut getan. Oder er wäre einfach platt geblieben und als Komödie durchgegangen. So aber ist es irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

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