„Dietmar hat’s bezahlt“ oder: Wie baue ich mir einen Bundesligaverein? [Dok „Hoffenheim“]

Es klingt wie der Traum eines kleinen Jungen: einmal einen eigenen Fußballverein in der ersten Bundesliga haben. Dietmar Hopp hat sich diesen Traum mit dem  TSG 1899 Hoffenheim erfüllt. In der Saison 2005/2006 noch in der Regionalliga Süd und heute in der ersten Bundesliga. Einfach mal den direkten Aufstieg und dann gleich Herbstmeister werden. Genau diese Geschichte erzählt die Dokumentation Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel von von Frank M. Pfeiffer und Rouven Rech auf dem diesjährigen filmkunstfest.

 

Dieser Erfolg kommt jedoch nicht von ungefähr. Verantwortlich dafür ist Dietmar Hopp, ehemaliger Jugendspieler im TSG und Mitbegründer von SAP, dem größten europäischen Softwarehersteller, und damit einer der reichsten Männer Deutschlands. Seit 1990 steckte er sein Geld in den Verein. Nach dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga war der Verein aus dem 3000-Seelen-Dorf Hoffenheim in der Lage, 20 Millionen Euro in neue Spieler zu stecken. Ganz nebenbei: Das ist mehr Geld als alle anderen Zweitliga-Vereine zusammen in einer Saison investierten.

 

Aber solch eine Erfolgsgeschichte hat auch ihre Kehrseite. Im Kontrast zum Aufstieg des Vereins zeigt die Doku auch den Abstieg von „Torro“, dem Vorsitzenden des einstmals ersten Fanclubs. Mittlerweile hat der Verein über hundert Fanclubs. Zusammen mit der Vereinstradition verschwindet auch der Platz für „Torro“ in der neuen Welt des TSG.
Viele Aussagen der einheimischen Hoffenheim-Fans und die Ausschnitte von Heimspielen lassen den Zuschauer Teil der drastischen Aufstiegsstory werden. Sehr gelungen ist auch die Darstellung der Kritik an der Figur Dietmar Hopps durch Stimmungen in gegnerischen Fanblocks. „Hasta La Vista Hopp“ und „Dietmar hat’s bezahlt“ sind dabei noch die freundlichsten Aussagen.

 

Eine gelungen Dokumentation, die inhaltlich zum Teil auch an „Manchester: Wir sind United“ erinnert, wobei Hoffenheim zumindest momentan noch nicht so ein Prestigeobjekt des Geldgebers ist wie der Club aus der Premiere League.

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