Was, bitteschön, ist Antifolk? [Konzert Nathan Vanderpool]

Da saß ich nun. Um 22.30 Uhr würde Nathan Vanderpool im Festivalclub Mambuu spielen. „Anti-Folk aus Indiana“ erklärte mir das Festivalprogramm. Was ist Anti-Folk? So ganz weiß ich es nicht. Hört sich aber interessant an. Ein Blick ins WorldWideWeb brachte mich nur bedingt weiter. Eine Internetpräsenz bietet der Künstler und ebenso eine Myspace-Seite. Ein erster Einblick ins Musikgenre Anti-Folk. Und ich erfuhr, dass der Singer-/Songwriter Nathan Vanderpool, ursprünglich aus den USA kommt. Bereits im Film „BerlinSong“, der im Februar diesen Jahres auf der berlinale gezeigt wurde, werden er und andere Musiker aus der Hauptstadt porträtiert. Was die Vorabinformationen angeht: Besser als nichts.

Kurz nach halb elf stehen wir dann im Festivalclub. Ein wenig erschreckend, wie wenig Publikum sich doch vor der Bühne versammelt hat. „Versammelt“ ist allerdings der komplett falsche Ausdruck: Drei Herren reiferen Alters an der Bar, ein liebäugelndes Pärchen am Tisch neben uns, ein Tontechniker und natürlich Freunde des Musikers vor der Bühne. Mit Bedienung am Tresen waren wahrscheinlich 15 Besucher dort. Nichtsdestotrotz saß auf der Bühne ein dynamischer Musiker, der gefühlvoll seine Gitarre spielte und mit seiner beruhigenden Stimme den leeren Saal füllte. Als besonderes Schmankerl begleiteten ihn ein Schlagzeuger und eine ansehnliche Backgroundsängerin. Und wie würde ich nun den „Anti-Folk aus Indiana“ beschreiben? Wohl als taktvollen Indiefolk. Trotz dürftigem Besucheransturms ein Musiker, der für einen entspannten Abend bei einem wohl verdienten Bier absolut hörenswert ist.

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