Ein Punkt ist alles

Der Punkt ist der elementarste Bestandteil eines Bildes. Kommt er einzeln vor, drückt er Einsamkeit, Winzigkeit und Distanz aus. Mit den Menschen in Christian „Moe“ Möllers Fotografien verhält es sich ähnlich. In seiner Ausstellung Raummensch#1 versuchen die abgebildeten Personen, sich nicht in die Szene einzugliedern oder in Interaktion mit ihrer Umgebung zu treten. Es entsteht ein starker Kontrast zwischen Mensch und Umgebung -  sie wirken verloren und in Gedanken weit, weit weg. Mit teils authentischen, teils inszenierten Bildern bleibt Moe dieser Linie durchweg treu und erzeugt so einen harmonischen Gesamteindruck.

Doch die Qualität einer Ausstellung wird nicht ausschließlich durch die Bilder geprägt. Die Präsentation der Werke ist das, welches das Gesamtwerk erst herausragend macht. Und genau hier scheitert die Ausstellung völlig: Alle Bilder sind auf engsten Raum zusammengepfercht, hängen teilweise schief und sind auf simplen schwarzen Karton geklebt. Der Kino-Besucher, der sich in der Filmpause ein wenig die Beine vertreten will, wird herausgefordert sich nicht von diesem ersten Eindruck abschrecken zu lassen oder einfach vorbeizulaufen. Eigens der Ausstellung wegen ins Capitol zu gehen grenzt fast an Zeitverschwendung. Schade.

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