Die Achse der Kultur [Togolesischer Abend]

In der Bibliothek ist Essen und Trinken verboten. Gespräche möchten bitte vor dem Eingang gehalten werden und selbstverständlich sind Handys auf ’stumm‘ zu stellen.

Alles Regeln, die außer Kraft gesetzt werden, wenn eine togolesische Band Klänge ihrer Heimat leidenschaftlich auf Trommeln zum Leben bringt. Überhaupt schien an dem gestrigen Abend die Stadtbibliothek togolesisches Staatsgebiet geworden zu sein, denn neben der angesprochenen Band erschien auch der togolesische Botschafter. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre an diesen eher nüchternen Ort. Es wurden Geschenke als Ausdruck von Interesse an zukünftiger Zusammenarbeit überreicht und ein Kooperationsvertrag geschlossen, der zum Ziel hat, beide Kulturen näher zu bringen. Neben den ganzen weniger unterhaltenden Formalitäten wurde eine Dokumentation über ein, das in dem 5054,27 km entfernte Sokodé stattfindende Musikfestival gezeigt.

Abseits der geografischen Entfernung existiert aber auch eine kulturelle. In dem gezeigten Film sah man tanzende Pferde und einfach eine ganz andere Welt. Schade ist aber, dass auf der Website des filmkunstfestes von einer „kulturellen Entwicklungshilfe“ gesprochen wird, was eine enorme Arroganz ausdrückt. Solch ein Ausdruck impliziert, die scheinbar „hilfsbedürftige“ Kultur sei unserer unterlegen. Glücklicherweise kam diese Einstellung nicht auf dem Kulturabend zum Vorschein, hervorschienen nur viele symbolische Gesten und viel Grinsen seitens der Politiker.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.