Was will uns der Künstler damit sagen? (Die innere Stadt)

Bilder vom Strand Warnemündes erscheinen auf der Leinwand. Dann eine Straße in Rostock. Ich selbst wohne auch in Rostock. Und ich bin stolz. Stolz diesen „Film“ durchgestanden zu haben.

Drei Minuten stupides Raufstarren

„Die innere Stadt“ soll die Atmosphäre Rostocks und Warnemündes einfangen und die Veränderung dieser Orte zeigen. Leider schlägt dieser Versuch komplett fehl. 58 Minuten sind eigentlich eine gute Länge für so ein Projekt und auch die Idee der langen Kameraeinstellungen, um Atmosphäre aufzubauen, ist nicht schlecht. Allerdings ist das Ganze sowohl zu übertrieben als auch zu banal. Der Film beinhaltet nur 19 Szenen und somit dauert jede Kameraeinstellung ganze drei Minuten. Hinzu kommt dann auch noch, dass die Einstellungen weder sonderlich originell noch spannend sind. Auch kann man anhand ihrer keinen Veränderungsprozess erkennen. Eine minimale musikalische Untermalung bestehend aus wenigen Gitarren- oder Klavieranschlägen hätte sicher auch nicht geschadet, um eine intensivere Stimmung aufzubauen. Mit jeder weiteren Szene sinkt die Anzahl der Bilder pro Sekunde und die Optik wirkt körniger. Am Ende ist kaum noch zu erkennen, welches Motiv eigentlich gefilmt wird. Sicherlich ebenfalls eine interessante Idee, aber wenn ich nach einer Minute nicht weiß, was das soll, dann weiß ich es auch nach drei Minuten stupiden Raufstarrens noch nicht. Selbst die schönsten Motive, an denen es dem Film leider mangelt, sind nach drei Minuten verarbeitet und analysiert.

Achtung Kunst die Zweite

Die Deutsche MED in Rostock in der elften Szene gehört sicherlich nicht zu den schönsten Motiven des Films. Man wartet auf die Blende, die den Zuschauer von diesem Anblick erlöst. Endlich kommt der Bildwechsel. Szene zwölf zeigt – wie kreativ – die Deutsche MED in Rostock. Und zwar von der anderen Seite. Entweder fehlt mir wirklich der höhere intellektuelle Zugang zu diesem Projekt oder es ist tatsächlich so, dass in letzter Zeit einfach zu viel zu schnell als Kunst gilt. Zumindest schien der einzige andere Zuschauer, der außer mir da war, das Ganze wohl o.k. gefunden zu haben.

Vergeuden Sie nicht Ihre Zeit und schauen Sie sich lieber eine Diashow vom letzten Urlaub an. Die ist spannender und hat eindeutig mehr Bewegung als „Die innere Stadt“.

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