Das Leben ist nicht rosarot (SF Little Paris)

Wenn Luna nachdenken möchte, geht sie zum Eifelturm. Dann träumt sie vom Weggehen und vom Tanzen. Sie träumt von einem anderen Leben. Aber der Eifelturm ist nur ein paar Meter hoch und steht auf einem Fabrikgebäude in Süddeutschland, mitten in der Provinz. So klein wie der Turm sind auch die Chancen, die sich hier bieten. Luna (Sylta Fee Wegmann) und ihre beiden Freundinnen wollen mehr, aber vor allem wollen sie glücklich sein. Doch das Glück scheint für sie nicht in diesem Kaff zu sein.

Barbies (Nina Gnädig) Welt ist so pink wie sie naiv. Sie arbeitet tagsüber in einer Eisdiele und danach in einem Nachtlokal. Mit dabei ist nicht immer nur ihr Schminktäschchen, sondern auch der Gedanke an Wasily. Obwohl er über ein Jahr lang verschwunden ist, kurz wieder auftaucht, sich aber nicht um sie kümmert, ist sie der festen Überzeugung, dass er sie liebt.

Die dritte im Bunde bezeichnet sich selbst als “Prinzessin” und sieht auch wie ein Püppchen aus. Stets im Minirock und Highheels stöckelt Eve (Jasmin Schwiers) durchs Leben und lässt sich von ihrem Freund verwöhnen. Er legt seiner Prinzessin die Welt zu Füßen. Aber die wird ihr bald zu eng. Sie hat Angst, dass in ihrem Leben genauso wenig Aufregendes passiert wie in dem baden-württembergischen Provinznest. Oberflächlich erscheint alles perfekt: Die Ehe ist geplant, das Haus wird gerade gebaut und der Baum davor ist ebenfalls schon gepflanzt. Was sie quält ist die Sehnsucht nach Veränderung und die Angst vor dem Stillstand.

“Dies ist kein verficktes Märchen”

Ein Flyer eines Dance-Contests birgt für Luna die Möglichkeit, endlich mehr aus ihrem Leben zu machen. Aber davon muss sie erst der geheimnisvolle und attraktive Tänzer “G” (Patrick Pinheiro) überzeugen. Er trainiert sie und gewinnt mit ihr den Wettbewerb. Dies ist das Ticket nach Berlin und die Chance an einem Videoclip mitzuarbeiten. Aber Luna befürchtet, dass dies eine Nummer zu groß für ein kleines Mädchen vom Land ist: “Ich habe Angst, dass jeder nur eine abgezählte Anzahl von Chancen hat verstehst du? So, wie im Märchen. Drei Wünsche – und fast jeder reißt sich mit dem letzten rein.” Aber von nichts kommt nichts: “Das hier ist aber kein verficktes Märchen. Du musst etwas tun für deinen Traum”, entgegnet ihr G. Und dann ist es gerade er, der sie hängen lässt.

Regisseurin und Drehbuchautorin Miriam Dehne zeigt nicht nur fetzige Beats und heiße Grooves, sondern auch phantasievolle Bilder, die die Träume von drei Mädchen erzählen, deren Hoffungen nicht an der Dorfgrenze aufhören.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.