Permanenz in Raum und Zeit – Ausstellungseröffnung im Schleswig-Holstein-Haus

Gestern, genauer am 29. April 2008 um 15 Uhr, wurde im Schleswig-Holstein-Haus die Werkstatt der Künste eröffnet. Die Ausstellung ‚Dort droben tobt ein Organ‘ der Salzburger Künstler Konrad Rainer, Berthold Bock und Lukas Horvath kann man sich – um das vorweg zu nehmen – durchaus ansehen. Auch wenn es sich bei den Exponaten größtenteils um Fotografien handelt, sind einige Gemälde und der Kurzfilm ‚Jenseits des Sees‘ von Bethold Bock zu sehen. Letzterer stellt wohl auch das Bindeglied zum filmkunstfest dar. In dem Kurzfilm bekommt ein nicht unbedingt glückliches Ehepaar, das in einer teuren Villa am See wohnt, ein neues, recht düsteres Gemälde geliefert. Dieses erweist sich als eine völlig neue Form der Paartherapie, denn das Bild vereint die beiden Vermählten, gespielt von Christine Hoppe und Ingo Hülsmann, am Ende für immer. Da der Film durch seine Kürze auch aufrecht durchzustehen ist, kann über die bescheidene Bestuhlung gerade so hinweggesehen werden.

Achtung Kunst

Ein Highlight gleich zu Beginn der Ausstellung ist das kinetische Fotoobjekt ‚Passenger Pym‘ von Lukas Horvath. Der Künstler liegt mit seiner Tochter auf einem fliegenden Teppich und das – Achtung Kunst – vollkommen nackt. Des Weiteren überzeugt Konrad Rainer mit Fotografien, die den Betrachter fordern. So könnten die Personen oder Gegenstände aus einem Blickwinkel betracht im Vordergrund sein, aus einem anderen jedoch weiter nach hinten rutschen. Passend zum oben beschriebenen Kurzfilm hat Berthold Bock seine Gemälde gewählt. Die Stimmung, die Farben und die räumliche Anordnung korrespondieren gelungen mit ‚Jenseits des Sees‘.

Alle Ausstellungsstücke, egal ob Film, Malerei, Installation oder Fotografie, überzeugen durch ihre Originalität oder teilweise gar schlichte Banalität, wie beispielsweise die Innenansichten rumänischer Architektur der 60er Jahre von Horvath. Insgesamt bereichtert die alles in allem gelungene Ausstellung das filmkunstfest und beweist, dass Schwerin mehr als nur das Capitol zu bieten hat. Gerade solchen Ausstellungen, an denen sich auch mehrere Künstler beteiligen, sollte mehr Platz eingeräumt werden.

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