Mordsee (KF Die Zigarrenkiste)

Es ist Weihnachten an der Nordsee und die Schüler eines Internates dürfen nach Hause zu ihren Familien fahren. So auch der Junge Tjark, der sich mit einer geschenkbestückten Zigarrenkiste unter dem Arm auf den Weg zu seiner Familie macht. Diese wohnt auf einer Hallig, aber zum großen Pech des Jungen liegt eine scheinbar undurchdringliche Nebelwand vor der Nordseeküste und erschwert den Heimweg. Unter den gegebenen Bedingungen ist kein Kapitän bereit, in See zu stechen.

Helfer in der Not

Als Retter in der Not bieten sich zwei Fischer an, die ihn in weihnachtlicher Großzügigkeit nach Hause fahren wollen. Viel früher als erwartet erreichen sie die Hallig, woraufhin Tjark voller Hoffnung das Boot verlässt, um endlich seine Eltern zu sehen. Nach kurzem Fußmarsch bemerkt er jedoch, dass er unweigerlich sterben wird, denn er steht nur auf einer Sandbank.

Zu Hause wartet sehnsüchtig seine Schwester auf die Ankunft ihrer Geschenke, doch der geliebte Bruder lässt auf sich warten und so beschließt die Familie, ohne ihn mit den Feierlichkeiten zu beginnen.

Es ist Flut. Das Wasser an Tjarks Beinen klettert immer höher. Sein Schicksal ist besiegelt und in letzter Verzweiflung schreibt er einen Abschiedsbrief an seine Familie, den er sicher in der Zigarrenkiste verstaut.

Das einzige Indiz dafür, das der Junge auf dem Weg nach Hause war, ist die kleine Kiste, die am nächsten Morgen auf der heimatlichen Hallig angespült wird.

Verschenktes Potenzial

Die tragische Geschichte des Jungen, der am Ende des 19. Jahrhunderts in der Nordsee starb, beruht auf einer wahren Begebenheit. Das Potential, der für einen Kurzfilm geradezu prädestiniert scheinenden Story, wird von Matthias Klimsa leider nicht gänzlich ausgeschöpft. Auch lässt die dramaturgische Umsetzung mehr als zu wünschen übrig.

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