Chefsache

Landeshauptstadt Schwerin, 27. April 2008. Das Wetter ist zauberhaft und endlich kommt die langersehnte Frühlingsstimmung auf. In wenigen Tagen startet das 18. Filmkunstfest, auch dieses Jahr setzt sich eine elfköpfige Redaktion zusammen, um die hoffentlich sonnigen Tage mit der Begleitzeitschrift filmab! zu schmücken.

Mir gegenüber sitzt ebenfalls ein Sonnenschein, und zwar unsere Chefredakteurin Ina. Mit Leib und Seele hat sie sich auch dieses Jahr wieder vorgenommen, ein gelungenes Ergebnis abzuliefern und trotz der immensen Hektik nicht den Spaß an der Arbeit zu verlieren.

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Ina, du wurdest uns allen hier gleich als Chefredakteurin vorgestellt, wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?

„Naja, ich sitze dieses Jahr nicht zum ersten Mal in der filmab!-Redaktion. 2004 war ich das erste Mal dabei, allerdings als Schreiberling. Ein Jahr später habe ich ausgesetzt, weil ich wegen des Abiturs keine Zeit hatte. Und 2006 wurde ich dann von den anderen JMMV-lern gefragt, ob ich Mooki in der Chefredaktion helfen würde, Artikel der anderen gegenzulesen und zu korrigieren. Letztes Jahr haben wir die Chefredaktion auch noch zusammen gemacht, erst dieses Mal erledige ich diesen Job alleine.“

Sollte man schon bestimmte Erfahrung gesammelt haben um diese Aufgabe bewältigen zu können?

„Ich weiß es nicht. Ich kann bloß sagen, welche Erfahrungen ich in diesem Bereich bisher gesammelt habe. Während meiner Schulzeit habe ich an einer Schülerzeitung mitgearbeitet. Man sollte auf jeden Fall ein gutes Gespür für Sprache besitzen. Das ist bei mir irgendwie was Intutitives.“

Hast du während deiner Zeit als Schülerzeitungsredakteurin dein Interesse an Medien, speziell Film und Zeitung, entdeckt?

„Eigentlich fing alles an, als ich Katrin (dieses Jahr Layouterin der filmab!) in der Schule kennenlernte. Sie hatte schon Kontakte zum JMMV und organisierte ein Seminar, an dem ich auch teilnahm und das bereite mir sehr viel Spaß. So kam ich zum JMMV und begann, die ersten Artikel zu schreiben und hab mein Interesse an Medien entdeckt.“

Wirst du deine Ausbildung nach diesem Bereich ausrichten?

„Ich studiere derzeit Patholinguistik in Potsdam. Ich beschäftige mich mit Sprach-, Stimm-, und Sprechstörungen und deren Ursache bzw. Behebung. Das Fach hat weniger mit Medien zu tun. Als Beruf wäre mir die Hektik des Journalismus zu stressig, ich beschäftige mich eher hobbymäßig mit Medien. Ich möchte es einfach nicht auf professioneller Ebene ausführen.“

Würdest du dich generell als Kulturmensch bezeichnen? Interessiert du dich für Kunst oder Musik?

„Gibt es Menschen, die sich nicht für Musik interessieren? Ich höre sehr gerne Musik, ebenso wie ich Theaterbesuche genieße. Ich lese viel und besuche auch ab und zu das Kino. Bei Museen ist es sehr themenabhängig. Normalerweise gehe ich nicht so gerne zu Ausstellungen, doch falls mich das Thema interessiert, dann schon.“

Inwiefern sammelst du Erfahrung während deiner Aufgabe bei dem Seminar?

„Ich sehe das filmab!-Seminar als Erfahrung für sich. Man steht immer unter Druck, man muss Stress aushalten und sich an die Termine halten. Gleichzeitig bin ich aber auch derjenige, der die Leute motivieren muss, mitzuarbeiten. Im letzten Jahr waren die Artikel fast nie pünktlich fertig. Nach dem Besprechen der Artikel waren immer noch viel zu viele Fehler vorhanden. Das Gegenlesen und Korrigieren reichte bis spät in die Nacht. Es ist sehr aufreibend, weil man eine zeitaufwändige Arbeit auf die mindeste Zeitdauer begrenzen muss. Das hat manchmal fast den Anschein von Psychoterror.“

Und dennoch bereitet es dir soviel Spaß, dass du jedes Jahr wieder kommst?

„Na ja, ich finde mittlerweile hat es irgendwie seinen Zauber verloren. Ich kann mich noch genau ans erste Mal erinnern: alles war groß, neu und besonders aufregend. Das lag vielleicht auch daran, dass wir direkt über dem Capitol unsere Wohnung hatten. Man brauchte nur die Wohnung verlassen und konnte Interviews mit Regisseuren und Künstlern führen. In der Zwischenzeit ist es vielleicht nicht zur Routine geworden, das wird es als Chefredakteurin auch nie sein, aber ich habe schon eine Ahnung, was kommen wird.“