Geld regiert die Welt (SF Kuckuckszeit)

Es ist ein Teufelskreis. Das Bauunternehmen Hendrik hat jede Menge offene Rechnungen und Schulden. Schulden, die Inhaber Jens (Stephan Grossmann) nicht bezahlen kann, da er auf Geld von Gläubigern wartet. Aber einem Menschen ohne Kleider kann man nichts aus der Tasche ziehen und Jens ist keiner, der nur an Zahlen, sondern auch an den Menschen denkt. So löst er beispielsweise einen Kaufvertrag wieder auf, da der Kunde nicht mehr zahlen kann und vor dem Aus steht: Er hat kein Haus mehr und keinen Job. Dies hat der Unternehmer schon noch – bis auch er vor dem Bankrott steht.

Wenn du am Boden liegst, können sie alles mit der machen

Jens und seine Frau Claudia (Catrin Striebeck) setzen alle Hebel in Bewegung, um die Firma vor der Insolvenz zu bewahren. Sogar die Sparbücher der Kinder lösen sie auf. Plötzlich hat Jens einen Autounfall und seine Frau nimmt die Geschäfte in die Hand. Doch ein Interessent ist plötzlich mit dem Preis für ein Haus nicht mehr einverstanden. “Wissen die Leute erst einmal, dass du am Boden liegst, können sie alles mit dir machen”, sagt Claudia. Der Kaufvertrag platzt und mit ihm die Hoffnung auf Rettung. Anfangs versucht das Paar, den Kindern weiterhin alles zu ermöglichen, aber bald ist der Gürtel so eng, dass sich die Tochter nicht mehr mit ihren Freunden im Café verabreden kann, um dort gemütlich einen Cappuccino zu schlürfen. Jetzt ist sie es, die die Gäste bedient. Im Leben der Familie ist vieles anders geworden: Sie haben statt eines großen Hauses in eine Plattenbauwohnung, kein Auto, kein Handy und auch im Eheleben sieht es mau aus. Claudia zieht sich immer mehr von ihrem Freundeskreis zurück und wenn sie nicht bei ihrem Nebenjob ist, stürzt sie sich in den Haushalt. Jens dagegen kommt mit seiner Arbeitslosigkeit und dem ständigen Nichtstun nicht zurecht. Er geht den ganzen Tag spazieren oder hängt auf dem Sofa.

Spielball von Banken und Kunden

Regisseur Johannes Fabrick beleuchtet das Umfeld einer Familie, die alles versucht, um sich selbst retten zu können. Trotzdem werden Jens und seine Frau zum Spielball von Banken, Kunden und Behörden. Was noch hinzukommt ist das Gerede der Leute im Ort. Mit dem Geld geht auch das Ansehen verloren, aber es stellt sich auch heraus, auf welche Freunde man wirklich zählen kann.

“Kuckuckszeit” ist vielmehr eine Sozialstudie als ein spannender oder emotionaler Spielfilm. Da es dem Film teilweise an dramaturgischen Elementen fehlt, die Spannung aufbauen, wirkt er leider etwas zu analytisch.

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