Die Rettung als blutige Branche (SF Komm süßer Tod)

Wien. Die beiden Rettungsdienste ‚Kreuzretter‘ und ‚Retterbund‘ rivalisieren wie zwei Mafiabanden um ihre Patienten. Es geht aber nicht um Schutzgeld oder illegale Glücksspiele, sondern um die Rettung Hilfebedürftiger. Dabei wird auch nicht davor zurückgeschreckt, den Funk der anderen abzuhören oder auch mal auszusetzen mit den Wetten, in denen es darum geht, welcher Fahrer die meisten roten Ampeln überfährt. Ex-Polizist Brenner, gespielt vom österreichischen Kabarettisten Josef Hader, denkt, gerade bei den Kreuzrettern einen ruhigen und sinnvollen Job gefunden zu haben. Doch schon bald läuft alles aus den Fugen: Es ereignet sich der erste Mord, Brenners Jugendliebe Klara taucht auf und sein zivildienstleistender Kollege Berti nervt mit seiner engagierten und hartnäckigen Ader. Als dann auch noch ein Kollege von den Kreuzrettern ermordet wird, kann sich Brenner mit seinem Detektiv-Instinkt nicht mehr zurückhalten und stürzt sich in halsbrecherische Verfolgungsjagden. Er begibt sich in das feindliche Territorium und auf die Suche nach dem Mörder. Auf seiner Fährte stößt er nicht nur auf des Rätsels Lösung, sondern auch auf gefälschte Testamente alter Witwen, mehrere „zufällige“ Unfälle diabeteskranker Patienten und einen ehemaligen Kreuzretter, der mehr zu erzählen hat, als es im ersten Moment scheint.

Zwei Rettungsdienste, die wie Mafiabanden rivalisieren

Der österreichische Krimi ‚Komm süßer Tod‘ von Wolfgang Murnberger ist gespickt mit Wortwitz und brillanten Gags. In seinem Heimatland zählt der Film deshalb zu den erfolgreichsten Filmen und gewann 2001 den Österreichischen Filmpreis. Wenn er hier bei seiner Vorführung nicht den gleichen Erfolg erzielt, kann das nur an den kleinen Verständnisschwierigkeiten liegen, die das gesprochene Deutsch unserer südlichen Nachbarn so mit sich bringt. Trotz einer Teiluntertitelung des Films und einzelnen Wortübersetzungen muss der norddeutsche Zuschauer sich manchmal gehörig anstrengen, um dem schnellen Fluss des Films folgen zu können und gleichzeitig die komplexe Handlung mit ihren vielen Verstrickungen zu durchschauen. ‚Komm süßer Tod‘ bleibt trotzdem ein außergewöhnlicher, mitreißender und urkomischer Beitrag aus der diesjährigen Länderreihe Österreich.

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