Der sprechende Esel und andere Märchen (SF Ouaga Saga)

Burkina Faso, ein Land im Westen Afrikas, eine staubige Einöde, mittendrin die Stadt Ouagadougou. Eine Stadt voller Menschen und Geschichten. Eine dieser Geschichten ist die vom jungen Pelé (Jerome Kabore) und seinen sechs Freunden. Sie träumen von Reichtum, dem Erfolg ihrer Fußballmannschaft und einer Bar für das Viertel. Doch dahinter würde viel ehrliche Arbeit stecken, oder man hat einfach mal ein wenig Glück bei einer Pferdewette.

Fette Beute

Eines Tages ergibt sich für die Sieben eine Gelegenheit, der sie nicht widerstehen können: ein neues Motorrad, unachtsam abgestellt von einer jungen, unbekümmerten Frau der Oberschicht. Schnell wird das Motorrad bei einem lokalen Händler weiterverkauft, der ihnen ein gutes Angebot macht: 150 000 Francs. Eine Menge Geld für die Jugendlichen, die sich das Geld brüderlich teilen.

Jeder kann sich kaufen, was er möchte. Pelé holt sich Fußballschuhe – richtige, mit guter Sohle. Am Abend treffen sich alle wieder, sitzen zusammen, spielen auf der neu gekauften Gitarre, singen und tanzen. Es kommt ein Gefühl der tiefsten Verbundenheit auf; Verbundenheit in der scheinbar unüberwindbaren Armut. Später am Abend wird das noch nicht ausgegebene Geld wieder eingesammelt und in einer Blechbüchse verstaut, die versteckt werden soll.

Ein Nachbar bespitzelt die Jungs, wird dabei jedoch von ihnen entdeckt und in einer Spionage-Abwehraktion der etwas anderen Art im Gesicht verletzt, woraufhin er sich direkt – und ohne über ‚los’ zu gehen – in die örtliche Polizeistation begibt. Dort schildert er allerdings eine entschieden brutalere Variante des Angriffs. Als die Polizei dem Fall nachgehen will, gilt es, den kleinen Schatz in Sicherheit zu bringen. Risikobereit kann Bourémah (Amidou Bonsa) flüchten und legt das Geld in einer Pferdewette an.

Sprühende Funken und spechende Esel

Der Film von Dani Kouyaté schildert nahezu dokumentarisch die Geschichte der Jugendbande. Jedoch wird dieser Stil immer wieder durch märchenhafte Elemente gebrochen – Gegenstände leuchten in goldenem Licht auf oder versprühen Funken.

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Die Musik für den Film ist sehr spärlich benutzt worden. Allerdings erzeugt gerade dies eine sehr gute Stimmung der leider immer nur kurzweiligen Unbeschwertheit im Leben der Halbstarken. In diesen Momenten kommt auch der ‚Sheriff‘ zu Wort. Er ist einer der sieben Jugendlichen und erzählt leidenschaftlich gerne Westernfilme. Seine Geschichten werden dezent mit Musik und Geräuscheffekten unterlegt.

Bei Sätzen wie „die Männer wollen immer nur reite reite machen und nie bla bla“ wird klar, dass die Dialoge zum großen Teil auf banale und alltägliche Inhalte reduziert sind, aber trotzdem durch ihren Wortwitz überzeugen.

Und zu guter Letzt gibt es noch den sprechenden Esel. So wie es scheint, kann oder will ihn niemand wahrnehmen außer der Zuschauer selbst. Und sowieso, wer hört schon einem Esel zu?!

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