Box minus Film minus Nacht

IMG_2555.JPGDas filmkunstfest wollte sich in diesem Jahr mehr mit der Landeshauptstadt identifizieren. Als alte DDR-Faustkampfhochburg war schnell ein Thema gefunden und mit der Boxfilmnacht sollte das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt werden.

Um 18.00 Uhr nachmittags begann die Filmnacht. “Showkämpfe und Talks mit prominenten Gästen” hieß es im Programm. Mit den verschiedenen Interviewpartnern wurde immer wieder die gleiche Frage diskutiert, nämlich ob Amateur- oder aber Profiboxen besser wäre. Für keinen Boxkenner ist diese Unterscheidung neu, aber schon schnell wird klar, dass dies eine Geschmacksfrage ist, welche sich schlecht diskutieren lässt. Amateursport, also die Förderung von jungen Talenten, ist in einem finanzschwachen Land wie Mecklenburg-Vorpommern eine schwierige Angelenheit. Das ist eine Tatsache, über die man nicht viel zu diskutieren braucht. Dem gegenüber stehen professionelle Boxer, bei denen Show eindeutig größer als Sport geschrieben wird.

Zwischen den Interviews fanden Showkämpfe statt – von Schweriner Nachwuchsboxern durchgeführt und durchaus unterhaltsam.

Als Highlight für den Abend waren Arthur Abraham und Ulli Wegner angekündigt. Durch ihren Auftritt füllte sich die Wurmpassage dann endlich mit Gästen. Die Dokumentation über die Trainerlegende und den deutschen Meister wurde nachfolgend uraufgeführt (wir berichteten in der letzten Ausgabe).

Ob das Konzept Boxfilmnacht aufgegangen ist, ist zu bezweifeln. Die Diskussionen drehten sich im Grunde immer um ein und dasselbe Thema. Schade war auch, dass das Programm durch die Live-Sendungen des NDR immer wieder unterbrochen werden musste. Der Versuch, mit der Ausstellung „Boxerbilder“ von Hans W. Scheibner das Thema Kunst wieder in den Vordergrund zu rücken, war gut, doch hätten die Räumlichkeiten wenigstens aufgeräumt sein sollen. Die Bilder litten unter dem Abstellkammerflair des Ausstellungsraumes.

Mein Fazit: zu viel Boxen und zu wenig Film und Kunst.

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