Zwischen Traum und Wahrheit (SF Yella)

Ein Auto fährt eine Brücke über einen Fluss entlang, „Ich liebe dich Yella“ sind die letzten Worte vom Fahrersitz, Ben reißt das Lenkrad nach links, das Fahrzeug durchbricht das Geländer und stürzt samt Insassen in die Tiefe. Wenige Minuten später findet sich Yella (Nina Hoss) am Ufer wieder, völlig erschöpft und bereit, vor dem Ex-Freund zu flüchten, in der Hoffnung auf ein neues Leben, ohne nervendes Anhängsel. Doch leider schlägt dies zunächst einmal fehl, denn der neue Boss wird von dem Besitz seiner Firma enthoben. Nun steht sie da, ohne Geld und Aussicht auf den erhofften Neuanfang. Doch manchmal passieren interessante Zufälle. Ein neugieriger Blick und alles wird anders.

Die Hauptakteure in diesem Film sind nicht so normal wie es zunächst den Anschein hat, aber gerade das macht einen gewissen Reiz aus: zu sehen wie sich die Charaktere entwickeln und wie sie wirklich sind. Die vermeintlich heilen Fassaden bröckeln im Laufe des Films mehr und mehr ab und das wahre, psychisch gestörte Ich kommt zum Vorschein.

Traumartige Visionen und spannende Zeitsprünge verfolgen Yella den ganzen Film über, eine Folge des Unfalls?

Es ist nicht das erste Mal, dass Christian Petzold solche Elemente in einem seiner Filme einbaut, wie er es beispielsweise bei „Gespenster“ (2005) schon tat. Dem Zuschauer wird von Christian Petzolds mittlerweile sechstem Film eine Geschichte zwischen Wahrheit und Traum, Liebe und Wut, Leben und Tod gezeigt, die sich zu einem mehr als nur interessanten Ende zuspitzt.

Und was hat es mit dem Krähengeschrei und der Mondscheinsonate auf sich? Finden Sie es heraus!

Auf jeden Fall ist dieser Film es wert, wenn nicht sogar ein Muss, zweimal angeschaut zu werden.

Marco Herzog

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