Zeiten ändern sich (SF Fallen)

Auf einer Beerdigung finden sich alle wieder zusammen. Menschen, die sich jahrelang nicht mehr sahen – Verwandte, Freunde und Feinde – treffen sich, um einem Menschen die letzte Ehre zu erweisen.

Auf dem Begräbnis ihres ehemaligen Physiklehrers finden die fünf einst besten Freundinnen Alex, Nina, Carmen, Brigitte und Nicole, die sich seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen haben, wieder zusammen. Die fünf Frauen und Daphne, Nicoles Tochter, beschließen nach der sarkastisch dargestellten Trauerfeier noch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. Sie besuchen ihre alte Schule. Doch der Umgang zwischen den Freundinnen ist recht kühl. Sie giften sich an und werfen sich zynische Bemerkungen an den Kopf, streiten sich über Banalitäten. Alte Streitigkeiten, die nicht benannt werden und sich während des ganzen Films nie entladen, auf die aber immer wieder angespielt wird. Nicht nur Probleme der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart strapazieren die Fünf. Dies sind teilweise nur Missverständnisse und Kleinigkeiten. Aus bester Freundschaft wurde eine Scheinfreundschaft. Nichts ist wie es mal war. Von der Freundschaft bleiben nichts als Fotographien.

„Fallen“ von der österreichischen Regisseurin Barbara Albert zeigt eine ungewöhnliche Art des Klassentreffens, welches von Beerdigung, über Hochzeit, bis hin zu Saufexessen in der Disco reicht und danach wieder im individuellen Leben jeder endet.

Ein ruhiger Film mit einer faden Story, der das besondere Ereignis fehlt. Stattdessen handelt es sich um eine Aneinanderreihung von banalen Szenen. Gelungen ist hingegen die Darstellung der emotionalen Entwicklung der Personen, die durch fotographische Sequenzen, unterlegt mit Chorgesang der fünf Frauen, unterstützt werden.

Johannes Haefke

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