Der Elstermann im Wurm

Knut Elstermann in Aktion

23:45 Uhr. In der Wurmpassage ist noch Leben. Die Eingangshalle ist erfüllt von Stimmengewirr; die letzten Akkorde verklingen auf der Bühne. Doch noch wird die Jacke nicht angezogen, man erhebt sich zwar, wirft die Oberbekleidung lässig über den Arm, geht dann aber straight am Ausgang vorbei und geradewegs in den Festivalclub. Dort herrscht zunächst ein rauerer Ton: Pianist und Sänger Thomas Putensen drischt herrlich locker gefällige Jazztiraden auf das Klavier, tobt sich auch schon mal bei einer Hip-Hop-Interpretation von Brechts Kanonensong aus. Schlägt es dann zur Geisterstunde, füllt sich allmählich der Raum, für den die Bezeichnung „Club“ eindeutig ein Euphemismus ist.Thomas Putensen in Aktion Auf einem zum Fläzen einladenden Sofa nehmen Regisseure, Schauspieler oder auch Produzenten des jeweilig kommentierten Films, Platz. Ihnen gegenüber sitzt Moderator und Gesprächsleiter Knut Elstermann. Nun wird diskutiert, gedeutet und erzählt. Es klärt sich die Frage nach Traum oder Wirklichkeit in Christian Petzolds Film „Yella“, man erfährt die Entstehungsgeschichte von „Preußisch Gangstar“ oder auch inwiefern der Film „Neandertal“ auf autobiographischen Erfahrungen basiert. Souverän und locker führt Elstermann seinen Talk. Erste Gähner bleiben angesichts fesselnder Konversation und spannender Gespräche im Halse stecken. Auch wenn 24 Uhr für den Beginn einer solchen Veranstaltung ziemlich spät ist: der dunkle, halbmondförmigen Abgrund der sich am nächsten Morgen unter meinen Augen auftut, lohnt sich wirklich.Die beiden polnischen Regissuere von Preussisch Gangsta

Juliane Linke und Anne Christin Kozian

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