Camera Obscura (SF Buddy)

Um Erinnerungen, persönliche Gedanken und Gefühle der Vergänglichkeit zu entreißen, legen sich viele Menschen ein Tagebuch an. Dies kann aus Notizen, Fotos oder Webblogs bestehen.

Auch Kristoffer führt Tagebuch, ein Videotagebuch, über sich und seine zwei WG-Mitbewohner Geir und Stig Inge. Darin hält er tagtäglich seine diversen Geistesblitze und deren Ausführungen fest, so zum Beispiel den Beweis, dass das Trinken verdorbener Milch, deren Konsistenz derer von Frischkäse schon bemerkenswert nahe kommt, nicht zwangsläufig zu Gesundheitsschäden führen muss. Auch scheuen sich die Jungs nicht, sich aus erheblicher Höhe auf einen Matratzenhaufen fallen zu lassen.

Per Zufall kommen die Tapes zu einem Fernsehsender, dessen Pläne geplatzt waren und dem der Lückenfüller somit gerade recht kommt. So wird Kristoffers Tagebuch zu einem nationalen Erfolg, doch mit den hirnrissigen Aktionen werden auch die persönlichen Konflikte der einzelnen Charaktere der breiten Öffentlichkeit auf dem Präsentierteller dargeboten: Kristoffer läuft seiner Ex-Freundin nach, verliebt sich aber auch zeitgleich in die neue WG-Mitbewohnerin Henriette und hat die Qual der Wahl. Klein Martin lernt seinen Papa Geir via Fernsehbildschirm kennen. Und der Vater erfährt, dass sein Sohn bereits zur Grundschule geht. Stig Inge dagegen leidet lediglich an einer U-Bahn-Neurose.

Nun nimmt alles seinen ganz gewöhnlichen Gang. Die Freunde streiten sich und Kristoffer versucht zu retten, was noch zu retten ist. Zum Schluss haben sich nachher aber auch alle wieder lieb.

„Buddy“ von Morton Tyldum ist einer von den sechs Filmen der Länderreihe Norwegen. Und eine spritzige Komödie mit viel Witz und Charme.

Johannes Haefke

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