Schafft Musiker Maze es, sein Leben durch einen Entzug wieder in den Griff zu bekommen?

Foto: Christian von Brockhausen / Timo Großpietsch

Maze war früher der Sänger und Gitarrist von Union Youth, einer Band, die überraschend erfolgreich war. Diese teilte sich die Bühne mit Größen wie Die Ärzte, Smashing Pumpkins und den Beatsteaks. Der große Durchbruch stand für die vier Freunde bevor, als Fred Durst, der Sänger von Limp Bizkit, ihnen einen Plattenvertrag anbot. Durch die Drogenabhängigkeit Mazes kam es aber anders: Die Gruppe trennte sich, auch die Freundschaften zerbrachen. Einige Jahre später versuchen Maze und ehemalige Bandmitglieder einen Neustart. Unter einem neuen Namen wollen sie die musikalische Vergangenheit wieder hervorholen. Doch auch hier kommt ihnen die Sucht in die Quere und es kommt zum Streit. Da fasst Maze den Entschluss, dass sich etwas ändern muss.
Christian von Brockhausen und Timo Großpietsch begleiten ihn mit der Kamera durch den Entzug. Die beiden Regisseure verzichten darauf, das Geschehene zu kommentieren und lassen die Emotionen der Protagonist*innen direkt auf die Zuschauenden wirken. In immer wiederkehrenden Rückblenden zeichnen sie die bisherigen Ereignisse für uns auf. Das Publikum erhält so einen sehr privaten Eindruck über alles, was auch hinter der Bühne und im Leben Mazes passierte. Ebenso lassen sie die (ehemaligen) Bandmitglieder und Freunde zu Wort kommen und ihre persönlichen Eindrücke schildern.
Den Regisseuren gelingt es, die bedrückende Anspannung, die zwischen den Freunden herrscht, einzufangen. Doch auch die positiven Momente werden nicht ausgespart. Durch die persönlichen Erzählungen erhält der Charakter des Hauptdarstellers zusätzlich eine besondere Tiefe. So entsteht ein bewegender Film über einen Musiker, der so “im Arsch ist” wie alle anderen Künstler – “die haben bloß keinen Arzt”.