,,Keinem Menschen darf die Hoffnung genommen werden, auch wenn dieser Mensch ein Verbrecher ist.“

Foto: Filmbüro Süd

Ist man Straftäter und Insasse eines russischen Gefängnisses, gibt es für gewöhnlich nicht viele Möglichkeiten sich dem tristen Alltag und den sehr strengen Regeln zu entziehen. Es gäbe wohl gar keine, wäre da nicht Kalina Krasnaja, zu deutsch roter Holunder. Der Gesangswettbewerb für Strafgefangene gehört zu den populärsten Russlands und bietet den schätzungsweise 900.000 Häftlingen die Möglichkeit, der Öffentlichkeit zu beweisen, dass auch sie noch das Zeug dazu haben sich die Seele aus dem Leib zu singen. Aus den 90 russischen Verwaltungbezirken, in denen es wiederum mehrere Haftanstalten gibt, bewerben sich bereits seit 10 Jahren tausende Häftlinge. Wir begleiten im Film Von Sängern und Mördern Natalia Abaschkina, die Organisatorin des Wettbewerbs, hinter die Gitter der Gefängnisse. Sie redet mit den Teilnehmern und gibt Anweisungen, wie etwa, dass es, der Stimme wegen besser wäre mit dem Rauchen aufzuhören. Es scheint, es sei ihre Berufung, jenen eine Perspektive und ein Gesicht zu geben, von denen sich ein Großteil der Gesellschaft distanziert. Dem Team um den Regisseur  Stefan Eberlein gelingt ein uns bisher verborgener Einblick in die begrenzten Lebensräume russischer Straftäter. Wenn man sieht, wie Natalia die Häftlinge dazu ermutigt sich zu öffnen, so sensibilisert es einen dafür, nicht nur auf das schwere Schicksal der Angehörigen eines Opfers zu schauen. Sondern zu Verstehen, dass auch jeder Täter eine Vergangenheit hat, mit der er leben muss. Schließlich träumen alle weiter von Engeln der Liebe und der Freiheit. Manche können sogar Lieder davon singen.