„Dank mir hast du das erste Mal geküsst. Dank mir bist du der Mann, der du jetzt bist.. ohne mich bist du nur halb so interessant.“

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„Tobias und Flasche haben sich gern. Wo Tobias ist, ist Flasche niemals fern“, singt Robert Gwisdek als Troubadour, während er neben ihnen auf der Bettkante sitzt. Tobias (Heiko Pinkowski) und Flasche (Peter Trabner) sind seit der Jugend eng miteinander befreundet, sie ziehen durch Bars und trinken, trinken, trinken. Aber Tobias ist mittlerweile verheiratet, Vater dreier Kinder und Partner in einem Architekturbüro. Flasche ist immer dabei. Wenn es mal nicht gut läuft, nehmen sich die beiden in den Arm. Tobias versemmelt einen wichtigen Auftrag, Flasche ist da. Die Kinder sind anstregend, Flasche nimmt ihn mit in die Bar. Flasche überredet den Familienvater, alkoholisiert Auto zu fahren. Natürlich geht das schief. Auf Bitten seiner Frau schüttet Tobias sämtlichen Alkohol im Haus weg, Flasche protestiert. Das Verhältnis der beiden steht vor einer Zerreißprobe. Auch in der Familie läuft einiges gewaltig schief für Tobias.
Am Tiefpunkt angekommen sagt Tobias „Wenn ich das überlebe, hör ich auf.“ Dafür zieht er in eine beschauliche Klinik an die Ostsee. In der Suchttherapie trifft er auf Menschen, die auch solche Freunde haben, wie es Flasche für ihn ist.

Iris Berben sieht man in diesem Film, der auf dem Filmkunstfest in ihrer Hommagereihe gezeigt wird, nicht mehr als fünf Minuten auf der Leinwand. Es wirkt wie ein gelungener Gastauftritt im eingespielten Ensemble unter der Spielleitung von Axel Ranisch. Heiko Pinkowski, Peter Trabner und Thorsten Merten kennen aufmerksame Zuschauer*innen des Filmkunstfests schon aus Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel, dessen Regisseur Aron Lehmann in Alki Alki eine Nebenrolle besetzt. Auch Robert Gwisdek ist wieder dabei, dieses Mal mit seiner Band „Die Tentakel von Delphi“.
Alki Alki ist ein eindrucksvoller Film über Sucht, Freundschaft und Familie. Durch die tolle schauspielerische Leistung und die intime, wirkungsvolle Kameraarbeit von Dennis Pauls geht die Handlung ordentlich an Leber.