„Du schuldest deinen Eltern den Gehorsam,“ spricht der Patriarch und schon handeln die Kinder gegen ihr persönliches Glück.

Foto: Warner Bros

Buddenbrooks, das habe ich schon mal gehört. Ich habe mich davor gedrückt, das Buch zu lesen. Aber ich kann mich erinnern, dass ich mit der Schulklasse mal nach Lübeck ins Buddenbrook-Haus gefahren bin. Dort, in Lübeck, spielt auch Heinrich Breloers Film, ganz klar, das erkenne ich doch am umnebelten Holstentor. Ansonsten sehen wir von der Handelsstadt den Hafen und einen holprigen Straßenzug. Und natürlich das Haus der Buddenbrooks, das neben den Figuren fast ebenfalls eine Hauptrolle spielt. Denn hier leben, handeln, scheitern, lieben und streiten sie, die Buddenbrooks.
Konsul Jean und seine Frau Bethsy führen Firma und Familie mit strenger Hand. Den drei Kindern wird eingetrichtert: „Haltung, Disziplin, Gleichgewicht – die Firma verlangt es.“ Die Grenze zwischen Familien- und Firmenwohl ist nonexistent: Die Tochter wird mit einem Handelsmann verheiratet, da der Vater es als geschäftsfördernd ansieht. Sohn Thomas vermählt sich, um den Familienbetrieb voranzubringen. Einzig Christian fällt aus der traditionsbewussten, arbeitswütigen Rolle, was neben der Konkurrenz mit der Familie Hagenström immer wieder zu Spannungen führt. Die einst ertragreiche Firma und die Familie zerfällt.
In 151 langen Minuten wird die Chronik einer Lübecker Patrizierfamilie durchgespielt. Für Faule wie mich, die die Romanvorlage von Thomas Mann nicht kennen, wirken die Szenen jedoch teilweise unerklärt aneinander gereiht, die Dialoge zu kurz und stelzig, um in die Tiefe des Stoffs durchzudringen.
Buddenbrooks funktioniert jedoch durch seine Besetzung. Jessica Schwarz wird mit ihrer Darstellung der Tony zum heimlichen Mittelpunkt der Literaturverfilmung. Die großartige Iris Berben wandelt in prächtigen Kostümen als stolze Hausherrin durch vornehme Räume. Erst nach Ableben des Vaters bekommt ihre Rolle endlich etwas mehr Redeanteil. Geigenspiel und Hintergrundmusik sowie das Licht und Wetter(animationen) untermalen die Stimmung und tragen so zur abendfüllenden Unterhaltung bei.

 

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