Der kleine Junge springt von Stein zu Stein, zieht dann ein Feuerzeug aus der Tasche, zündet einen Feuerwerkskörper an und versteckt sich hinter einem Felsen. Explosion.

Foto: RitzlFilm

Der 7-jährige Adrian Wachter (Jeremy Miliker) wächst bei seiner Mutter Helga (Verena Altenberger) auf, die viel Zeit mit ihm verbringt. Sie ist fast immer an seiner Seite – nur manchmal, da ist sie erschöpft, müde und unausgeglichen. Helga ist heroinabhängig und auch ihr Sohn längst an Alkohol, Drogen und gefährliche Hobbys wie das Zünden von Feuerwerkskörpern gewöhnt. Die Mutter erkennt, dass sie wieder clean werden muss, damit sie ihren Sohn bei sich behalten kann.
Mal dunkel, mal hell. Die beste aller Welten spielt mit Perspektiven, Handlungsschauplätzen und ganz besonders mit Charakteren. Sowohl Helga, ihr regelmäßiger „Männerbesuch“ als auch Adrian sind erstklassig besetzt und bestechen mit Authentizität. Er ist der Sohn, den sich jeder wünschen würde, nimmt alle für sich ein und schon von der ersten Sekunde an besteht da sogar zwischen den Zuschauenden und dem kleinen Jungen eine tiefe Verbundenheit. Aber auch Helga lässt einen nicht kalt. Die Mutter, die sich so sehr für ihren Kleinen einsetzt und deren Liebe sich nicht abstreiten lässt. Sie hadert zwischen sich, den Drogen und ihrem Sohn und wird dabei mal auf die eine, mal auf die andere Seite gerissen. Beim Zusehen fiebern wir mit, wenn Herr Hütter (Michael Fuith) vom Jugendamt vorbeikommt und Adrians Umfeld genau inspiziert. Kindermund tut Wahrheit kund – doch ist das auch bei ihm so, der es seit seiner frühesten Kindheit gewohnt ist, sich zu verstecken und für seine Mutter zu lügen?
Eine innige Liebe zwischen Mutter und Sohn, zerbrochene Welten für Helga und ihre drogenabhängigen Freunde und nicht zuletzt Verarbeitung durch Fluchten in Fantasiewelten: So wird aus Die beste aller Welten ein absolut sehenswertes Drama, in dem Regisseur Adrian Goiginger seine eigene Kindheit verarbeitet.