„Du hast doch die Rakete gebraucht. Weil du da draußen nicht mehr klargekommen bist.“

Foto: Valentin Selmke

Im schönen grünen Nirgendwo in Brandenburg leben zehn Künstler in der Kommune Rakete Perelman ihre Vision von Freiheit und Kunst. Alle zusammen, aber doch jeder für sich alleine.
Als Jen, die ihr Leben in der Modeindustrie nicht mehr aushält, dazu stößt, verstricken sich die Beziehungen vor Ort. Ein Theaterstück, das alle zusammen organisieren müssen, treibt den Künstlerhaufen an die Grenzen ihres Idealismus.
Der 2017 erschienene Spielfilm von Oliver Alaluukas, der damit seinen Bachelor abschließt, wirkt wie eine Fusion aus Hippie-Gemeinschaft und der Bar25. Gutaussehende, klischeehafte Charaktere hängen alleine ihren Gelüsten nach und werden total aus der Bahn geworfen, wenn sie sich mal mit so weltlichen Dingen wie Geld abgeben müssen.
Die Inszenierung der Kommune ist mit ihrer Dekoration und Aufmachung gelungen, wirkt jedoch zu idealisiert. Was aber nicht davon abhält, sich an den liebevoll gestalteten Bildern zu erfreuen. Insbesondere die Nachtaufnahmen stechen hervor. Die Einbindung des analogen Films hebt gewisse Szenen vom Rest ab und bringt eine willkommene Veränderung mit.
Die teilweise hektischen Kamerabewegungen und originellen Perspektiven geben dem Film etwas Frisches und Junges. Unterstrichen wird das zusätzlich durch die Musikauswahl, die sich von Indie bis Electro erstreckt.
Rakete Perelman nimmt sich einem mitreißenden Thema an: Das Funktionieren und Scheitern von alternativen Lebenskonzepten. Spannend ist es, diese Entwicklung anhand der Dialoge und Charakterveränderungen zu beobachten. Aus anfänglicher Idee eines gemeinsamen Traumes von Freiheit und Kunst entsteht mit der Zeit eine destruktive Dynamik, in der jeder nur das Ziel der eigenen Verwirklichung und Überzeugung verfolgt.