Fröhlich schlagen die Wellen an die Küste und ergießen sich über den feinen Sandstrand. Ein Dutzend Paar Füße bewegt sich Zentimeter für Zentimeter voran. Jederzeit darauf gefasst, das Leben zu verlieren.

Foto: Wolfgang Aichholzer

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. So fühlt es sich zumindest für die 14 ehemaligen deutschen Wehrmachtssoldaten an. Die meisten von ihnen sind noch nicht mal volljährig, doch jetzt als Kriegsgefangene im Dienst der dänischen Krone. Ihre Aufgabe: Dänemarks Nordseeküste von den 45.000 Landminen befreien, die sich nach wie vor im Sand befinden. Erst dann dürfen sie nach Hause zurückkehren. Hauptfeldwebel Carl Rasmussen hat dabei ein scharfes Auge auf die jungen Männer und lässt sie wissen, dass sie in den Augen der Dänen nichts wert sind.
In Deutschland stürmten rund fünfmal weniger Menschen den Kinosaal zu Unter dem Sand als in Dänemark.  Zu Unrecht? Definitiv!
Schon vom ersten Augenblick an zog mich der in deutsch-dänischer Zusammenarbeit entstandene Spielfilm in seinen Bann. Während der kleinen Schritte, mit denen sich die jungen Männer über den Strand bewegen, fiebert man mit ihnen mit, rechnet jede Sekunde mit dem Schlimmsten. Von Niederschlägen lässt sich kaum einer von ihnen aufhalten. Jeder hat seine Träume, blickt einem Leben nach dem Krieg entgegen – sind sie alle ihrem Ziel doch so nahe. Die eindrucksvollen Entwicklungen der Charaktere unterstreichen noch einmal, dass jeder Mensch auch einen weichen Kern hat. Dabei sind es gleichermaßen Story und die Persönlichkeiten, derer man sich nicht entreißen kann. Trotz Anonymität und Gleichheit fällt es geradezu schwer, keine Verbundenheit und Mitgefühl zu verspüren. Während den jungen Soldaten jedes Gefühl verboten wird, nimmt Unter dem Sand jede*n einzelne*n Zuschauenden mit auf eine Reise in eine andere Zeit und emotionale Welten und darf von sich behaupten, nicht eine einzige überflüssige Szene zu haben.