„Wir sind die Opfer der verlorenen Generation, deren Ohren und Augen vollgestopft sind mit Dreck, die ihr Geschwafel mit bedeutungsschwerer Kunst an Bedeutungslosigkeit verlieren.“

Szene aus "Klappe Cowboy"

Foto: klappecowboy.de

Cowboy (Timo Jacobs) ist der Prototyp eines gescheiterten Künstlers. Schon als jugendlicher Rebell träumt er davon, ein unkonventioneller Regisseur zu werden, um sich zu verwirklichen und seine eigene Realität zu erschaffen. Er will sich nichts sagen lassen, sondern selbst die Anweisungen geben. Mit Nichts in der Tasche, aber einer großzügigen Portion Selbstbewusstsein geht er nach Berlin. Gewappnet mit einem überholten Camcorder, der nur noch mit Tape zusammengehalten wird, schlägt er sich mit selbstgemachten, sexistischen Homevideos durch, in denen Transvestiten oder hoffnungslose Gestalten die Hauptrolle spielen.

Die Bandbreite seiner Drehorte beschränkt sich auf Dönerbuden oder laute, viel befahrene Straßen. Der Durchbruch liegt greifbar nah – oder anders gesagt: auf der anderen Seite der Realität. Leere Versprechungen und die berechtigte Ablehnung seiner „Arbeit“ in der Branche führen zu einem Kampf nach Anerkennung. Zusammen mit dem arbeitslosen Pseudoschauspieler Kinski (Peter Koskowski), der die Wirtschaftskrise als Ausrede für sein Dilemma nutzt, und der esoterisch angehauchten Konzeptkünstlerin YPS (Yps Van Tule) versucht der übermotivierte Antiheld Cowboy seine Visionen in einem Action-Painting-Porno umzusetzen. Er lebt nach dem Motto, lieber ein kurzer Jemand als ein langer Niemand zu sein. Der Dilettantismus seiner Rolle verdeutlicht sich durch seine epochal nichtssagenden Reden. Doch seine Konzepte erscheinen wie ein ewiges, erfolgloses Hinhalten des Rezipienten.

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