„Hier ist nichts so, wie es scheint.“ – Von ketzerischen Fantasien bis zur ungeschönten Blutrünstigkeit der mittelalterlichen Realität.

England, düsteres Mittelalter. Die Pest wütet umher. „Es ist nicht schön oder erhaben.“ Der schwarze Tod ist unumgänglich. Verzweiflung und Panik betäuben den Verstand und lassen die Menschen zu Bestien werden. Man fragt sich: Wo ist Gott verblieben? Und keiner weiß die Antwort. Mit „Black Death“ zeigt uns Christopher Smith den Horror des Mittelalters in ganz neuen Bildern.

Der katholischen Kirche kommt das Gerücht zu Ohren, es gäbe in den tiefen Wäldern Englands ein Dorf, das auf mysteriöse Weise dem Schwarzen Tode verschont blieb. Angeblich sollen dort dämonische Blasphemie und Totenbeschwörung zugange sein. Unter der Führung des gefürchteten Ritters Ulric (Sean Bean) macht sich eine sechsköpfige Söldnergruppe auf die Suche nach den Ketzern. Der junge Novize Osmund (Eddie Redmayne) spielt für sie freiwillig den Führer. Doch erst der Hexe des geheimnisumwobenen Dorfes wird seine Intention deutlich.

Der schleichende Spannungsaufbau lässt zu wünschen übrig. Dafür muss man der authentischen Inszenierung ein großes Lob aussprechen. Die Filmemacher haben sich dafür sogar nach Vorpommern begeben. Die Dreharbeiten fanden im Mittelalterdorf Ukranenland in Torgelow statt. Abgesehen von ästhetischen Bildern und meditativen Musikimpressionen muss sich der Zuschauer auf schockierende Blutrünstigkeit einstellen. „Wie viele haben hier überlebt?“, die typischste Frage des Horrorgenres. Gezeichnet von unnötiger Brutalität – so war es wohl damals – bleibt es bei einer klaren Empfehlung für latente Inquisitionsfans.